Flatterbälle

Selbstverständlich ist auch der Autor dieses Blogs der letzte Straßenfußballer. Gespielt wurde früher – in seinem Fall ist damit die Zeit Ende 70er, Anfang 80er gemeint – überall, und mit allem wogegen sich treten lies. Häufig wurde mit ollen Tennisbällen auf Sitzbänke als Tore gespielt. Auch das kicken mit plattgetretenen Getränkedosen ist dem Autor noch bekannt. Und dann gab es plötzlich diese Plastikbälle.

Sie klangen ganz besonders wenn sie auftippten, und sie sprangen leicht vom Fuß. Sie waren häufig sofort kaputt wenn sie mal in der Botanik landeten, und vor allem flogen sie wie sie wollten. Sie waren nach kurzer Zeit meist arg eierig, und sie waren eben sehr leicht, was dazu führte, dass die Flugbahn eines solch Dings nur sehr wenig mit den tollen Schüssen aus den drei Spielzusammenfassungen der Sportschau zu tun hatte.

Cirka 15 Jahre später schlug Roberto Carlos bei Real Madrid ein. Er avancierte zum besten Offensivverteidiger seiner Zeit und seine Schusstechnik war/ist phänomenal. In einer Variante traf er den Ball so, dass dieser nahezu ohne Rotation durch die Luft flog, wodurch die Flugbahn instabil und kaum zu berechnen war. Gepaart mit hoher Geschwindigkeit waren und sind solche Schüsse sehr gefährlich und erinnert stark an die Flugbahn der leichten Werbeplastikbälle von damals.

Heute flattern (zumindest adidas-)Bälle bereits von Haus aus. Ob das an den kaum noch vorhandenen und/oder den unregelmäßigen Nähten, am Oberflächenmaterial oder am Gewicht liegt, weiß ich nicht. Das es so ist kann jeder sehen, im TV oder im Stadion.