Ostern

Papa, will Manuel Neuer weg oder muss er weg?

Ein knappes „Oh“ war die Reaktion meines Sohnes, nachdem ich seine Frage beantwortet hatte. Neben ihm war ich in diesem Moment enttäuschter, als ich es alleine, zuvor, in der ganzen Zeit des Neuer’schen Wechselpalavers, je war.

Nun ist Ostern aber gerade das Fest des ewigen Neuanfangs, der Erkenntnis, dass es sich stets lohnt, auf ein Danach zu hoffen. Auch mein Sohn fängt stets neu an zu mögen. Kuranyi war früher. Asamoah ist in der Sportschau nur noch ab und an. Neuer hängt als Poster noch an der Wand, Farfán auch. Jetzt steht aber gerade Raúl ganz hoch im Kurs.

Dabei schätzt mein Sohn offenbar weniger Raúls Zauberfuß als viel mehr dessen unermüdlichen Einsatz. Kuranyi ließ er einst noch malerisch gegen Hannover 96 ein Tor mit der Hacke erzielen – das Bild hängt bei mir im Büro – Raúl stellt er hingegen mit wilden Haaren dar, und mit nassem Gesicht („das Blaue, Papa, weil der immer so schwitzt“).