Raúl verlässt Schalke

Jetzt ist offiziell, was man bereits eine Weile ahnte. Trotzdem fühlt man sich unvorbereitet. Raúl verlässt Schalke 04.

Man sollte es nüchtern sehen. Ein Profi der für Geld spielt und weiter spielen will. Woanders bekommt er mehr, woanders kann er länger. Also geht er.
Man sollte vernünftig sein. Schalke muss haushalten, kann und will nicht alles zahlen. Für einen Mann am Ende seiner Karriere, den man spielen lassen muss, der mit bloßer Mimik öffentlichen Druck erzeugen kann.

Man sollte – aber es fällt eben doch sehr schwer. Seiner Ausstrahlung und seiner Eleganz wegen. Auf und abseits des Platzes. Seiner Tore, seiner immer wieder starken Leistungen, der genialen Momente wegen.

Das erste Trikot meines Sohnes trug seinen eigenen Namen. Ich riet ihm, das sein Leben lang so zu handhaben. Es sei unser Trikot, und die Profis, wer auch immer, seien schneller bei anderen Clubs als er aus dem Trikot herauswachsen würde. Auf seinem zweiten Trikot wollte er trotzdem unbedingt Raúl stehen haben. Völlig zurecht.

Raúl auf Schalke war was besonderes. Dieses Gefühl wird bleiben, zeitlos. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte dieses großartigen Clubs.