Irgendwiemismus

„Und, wie ist Dein Gefühl?“ Eine Frage die mir vor Spielen stets wieder gestellt wird. Vielleicht nur rhetorisch, um überhaupt eine Unterhaltung zu beginnen. Andere reden übers Wetter, mir kommt man mit Schalke. Das hat sich so ergeben, über die Jahre. Und doch habe ich keine Standardantwort parat. Mein Gefühl ist komisch, war es schon immer.

Ich bin kein Pessimist, wenn Pessimist sein meint, dass ich nie Gutes erwarte. Aber mir ist trotzdem klar, dass es immer auch schlecht ausgehen kann. Niemals bin ich mir in einem Pflichtspiel eines Sieges der Blauen sicher. Egal wie niederklassig oder außer Form der Gegner auch sein mag, ich halte es stets für möglich, dass sich Schalke blamiert. Schalke hat mich so gemacht.

Ich bin kein Optimist, wenn Optimist sein meint, dass ich stets davon ausgehe, dass Schalke siegt. Ich glaube aber immer daran, dass es gut werden kann, dass ich nach Abpfiff zufrieden sein werde. Selbst vor Spielen wie heute. Natürlich wäre Chelsea selbst dann Favorit, wenn Schalke in Bestbesetzung und guter Form antreten würde. Beides ist nicht der Fall. Aber vielleicht lässt sich der Trainer was einfallen, vielleicht agiert Schalke mit einer weniger offensiven Formation wie üblich. Vielleicht reißt sich die Mannschaft zusammen, vielleicht will sie sich beweisen, auf der großen Bühne Champions League, lässt es nicht einfach laufen, wie noch in Gladbach. Wenn am Ende das Gefühl bleibt, dass sich die Mannschaft nicht ergeben hat, dass alles getan wurde, um irgendwie einen Punkt aus London mitzunehmen, dann ginge es mir selbst bei einer Niederlage noch gut. Dass es so kommen kann, daran glaube ich immer.