Heimatfunkeln

Und dann geht das Licht aus. Nur zwei Reihen Neonröhren bilden eine Art Naht, sind damit der Umriss des Raums. Auch der Videowürfel ist kurz dunkel. Alleine mit 60.000.

Schlägel und Eisen, in schwarz/weiß. Die Trompete leitet die Musik ein und es beginnt zu funkeln! Die LED-Werbebanden leuchten nun nur noch Blau und Weiß. Auf den Rängen erstrahlen kleine Lichter, immer mehr, tausende. Das Steigerlied. Nicht zu laut. Fast andächtig.

Ich mag das sehr.

Seit dieser Saison wird das Vereinslied beim Einlaufen der Mannschaften gespielt. Gleichzeitig erfuhr das Steigerlied eine Aufwertung. Das mit dem Funkeln funktioniert nur bei Abendspielen, aber ausgespielt wird es nun grundsätzlich, bevor es mit dem Fußball richtig losgeht. Ein letztes Besinnen, ein zur Ruhe kommen.
Das Steigerlied war mir im Stadion schon immer wichtig. Kein Schalke-Lied, eine Hymne für die Region, der ich mich verbunden fühle. Zwar bin ich auch gerne einfach Duisburger. Aber diese Gegend hat viel zu bieten von dem ich viel gerne nutze, und dann ist für mich auch Essen, Bochum oder Gelsenkirchen „Heimat“. Ich mag die Leute hier, von Wesel links oben bis Hagen rechts unten. Welche Farben ihre Schals haben ist mir dabei vollkommen egal.