Tschöö Jeff!

Jefferson Farfán war sieben Jahre lang eine feste Größe in der Mannschaft des FC Schalke 04. Nun ist er weg und irgendwie fehlt der passende Abschluss. Dem Vernehmen nach wollte Schalke ihn zum Spiel gegen Twente nochmal in die Arena holen, aber das gelang nicht. Bis heute hat S04 keine eigene Meldung zum Abgang des Peruaners veröffentlicht. Aber auch hier, in diesem Blog, ging der Wechsel zwischen einer Falschmeldung im eigenen Namen und der Verpflichtung Sascha Riethers unter. Der vorherigen Wichtigkeit dieses Spielers unwürdig.

Jefferson Farfán war oft richtig gut, vor allem war er aber nie wirklich schlecht. Man wusste, was man an ihm hatte, und eine Weile hatte Schalke 04 mit ihm einen rechten Flügel auf höchstem Liganiveau. Abseits des Platzes war vor allem bemerkenswert, an seiner Personalie einmal mehr den Zauber des Schweigens erfahren zu können.

Jefferson Farfán fand öffentlich nicht statt. Keine Interview, kaum mal ein Statement zu irgendwas. Er kam zur Arbeit auf Schalke, lieferte Leistung und flog in den Ferien nach Hause. Den Leuten hier war es einerlei, ob er sprach oder nicht. Sie beurteilten ihn nur anhand seiner Leistung auf dem Platz. Ein „Söldner“ im eigentlichen und zugleich im besten Sinn, und niemand nahm es ihm je übel, egal was auch immer über ihn geschrieben wurde.

Und es wurde viel geschrieben. Die Boulevardzeitungen versuchten ihn lange Zeit zum Skandalkicker zu machen. Die Skandale ereigneten sich allerdings kurioserweise stets auf der anderen Hälfte der Erdkugel. Die Geschichten waren kaum zu überprüfen. Wenn man es trotzdem versuchte kam schnell der Verdacht auf, dass die deutschen Artikel lediglich auf Google-Übersetzungen irgendwelcher fragwürdigen südamerikanischen Webseiten basierten. Hierzulande fiel Jefferson Farfán nie auf.
Auch Schalke ging im Vertragspoker teilweile unschön mit ihm um. Der Club ließ es zu, dass die Zeitungen ihn als „Gier-Profi“ titulierten, angebliche Handgeldforderungen wurden lanciert. Am Ende wurde seine Vertragsverlängerung als Cluberfolg im Stadion präsentiert und der kleine Peruaner hüpfte dabei über den Platz, als hätte er von all dem nichts mitbekommen – was möglicherweise auch tatsächlich so gewesen sein mag.

Und nun spielt er in Abu Dhabi. Ich denke das ist okay so. Jefferson Farfán wird in zwei Monaten 31 Jahre alt. Zuletzt war er häufiger verletzt, er wird nicht mehr besser werden. Er kassiert auf seiner vermutlich letzten Station als Fußballprofi nochmal richtig viel Geld, Schalke 04 bekam für ihn noch eine stattliche Ablösesumme. Eine Vernunftentscheidung zum Vorteil aller.

Aber irgendwie traurig ist es schon. Vor allem, dass er nach so vielen Jahren nun so unverabschiedet einfach weg ist.

Tschöö Jeff!

Foto: Tomek Bo