Das skurrile Fernsehtestspielniederlagenerlebnis

Ich gehöre zu denjenigen, die geschnittenes Brot einfrieren. Wenn ich mir morgens, gleich nach dem Aufstehen, ein paar Scheiben aus der Kühltruhe hole, sind sie zur Frühstückszeit im Büro aufgetaut. An die feinen Poren meiner Brotscheiben, an deren Kälte sich die Luftfeuchtigkeit niederschlägt und einen weißen Film hinterlässt, erinnerte mich der neue, gefeierte Boden des Stadions in Ostwestfalen, auf dem sich Schalke 04 gestern die Ehre gab, ein wenig schlecht fußballzuspielen.

Das Spiel störte den Blick auf den Rasen, das Zuhören Jörg Dahlmanns störte es nicht. Es passierte schließlich kaum was, so dass sich Dahlmann fast volle 90 Minuten austoben konnte. Er feierte schon mal den seines Erachtens designierten Manager des FC Schalke 04. Er erzählte seine Version des Bundesliga-Skandals in aller Ausführlichkeit. Er erinnerte sich an tolle Fotos von Spielerfrauen. Er kam von Hölzken auf Stöcksken, streifte alle Gerüchte, sah Elfmeter, fand Schalke fröhlich.
Er füllte die fußballleere Übertragung mit verbalen Blubberblasen. Was mich genervt hätte, hätte ich mich aufs Spiel konzentrieren wollen, fand ich ab dem Moment, da feststand, dass es keinen Fußball zum darauf konzentrieren geben würde, tatsächlich amüsant. Der Punkt der Ernsthaftigkeit musste einfach überschritten werden.

Das ward er früh. Darum war’s egal. Die Fehlpässe. Die nicht mit nach hinten laufenden Offensivspieler. Diese ganzen schwachen Schüsse Richtung Tor. Alles irgendwie albern. Sonntag geht’s los. Dann gibt’s wieder Fußball.

Vermutlich.