Schalke 04: In schlechten Zeiten …

„In schlechten Zeiten müsst ihr Schalker sein.
In guten haben wir genug davon.“

Charly Neumann

Dies ist einer der unsterblichen Sätze von Charly Neumann. Ein Satz, den jeder Schalker kennt. Jetzt haben wir definitiv schlechte Zeiten. Das Coronavirus bestimmt unser Leben und Handeln, Fußball findet nicht statt. Sollte die Saison noch fortgeführt werden, dann sicher ohne uns Zuschauer, uns Fans und Mitglieder. Für den Verein bedeutet das eine wirtschaftliche Katastrophe.

Gastbeitrag
von Günther Reipen

Ungefähr zwei Millionen Euro fehlen dem Club pro Spiel. Keine Erlöse aus Eintrittskarten, kein Verkauf von Bier, Bratwürstchen, Schals, Trikots usw.. Einnahmen, die fest eingeplant waren. Und wehe, die TV-Einnahmen brechen auch noch weg … Für unseren Club Schalke 04 geht es um die Existenz, wie Alexander Jobst deutlich formulierte. Um Arbeitsplätze, insbesondere die der „einfachen“ Mitarbeiter in der Geschäftsstelle und im Umfeld. Helfen kann, neben einem baldigen Ende der Krise, nur Kohle. Und wenn sie nicht auf normalem Weg erwirtschaftet werden kann, dann muss sie woanders herkommen.

Ein erstes Signal kam gestern von der Mannschaft, die freiwillig auf einen Teil der Bezüge verzichtet. Gleiches erwarte ich auch vom Vorstand. Und wir? Was können wir tun?

Mein Anliegen richtet sich an die Dauerkarteninhaber. An alle, die wie ich bereits bis zum Saisonende für die Heimspiele gezahlt haben. Eigentlich hätten wir jetzt einen Anspruch auf Rückerstattung für die ausstehenden Heimspiele. Auf Rückerstattung von Geld, das wir schon längst abgeschrieben haben. Geld, das für uns nun unerwartet zurück käme. Geld, auf das viele von uns nicht dringend angewiesen sind.

Mein konkreter Vorschlag: Lasst uns aus einer pauschalen Rückerstattung durch den Verein eine freiwillige Aktion machen!

Diejenigen, die bereit und in der Lage sind, unseren Verein in dieser wirklich schweren Zeit zu unterstützen, verzichten entweder komplett auf die Rückzahlung, oder lassen sich diese in Form eines Gutscheins für den Fanshop oder die Knappenkarte erstatten. Diejenigen, die die Kohle gerade jetzt dringend selbst brauchen, bekommen sie auch zurück. Das könnte Schalke erheblich entlasten und täte dem ein oder anderen nicht wirklich weh.

Sicher haben viele nun ein „Aber“ auf den Lippen. Ja, es gibt tatsächlich wichtigere Dinge, für die man sein Geld spenden kann. Und ja, man kann auch bestimmt sagen, dass in der Vergangenheit viel Kohle auf Schalke verbrannt wurde. Ja, es gibt gerade jetzt auch Schalker, die jeden Cent für sich selbst brauchen.

 Trotzdem: Mir bedeutet Schalke sehr viel. Ich glaube, dass das, was jetzt passiert, weder von einem Vorstand noch von Clemens Tönnies zu verantworten ist. Ich habe eine Dauerkarte. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich das unerwartete zusätzliche Geld aus einer Rückerstattung zwar auch anderweitig ausgeben könnte, es aber nicht zwingend muss. Zumal ja gerade auch andere „Nebenausgaben“ wegfallen, wenn man zu Hause bleibt. Ich möchte ein Zeichen setzen, aber auch etwas bewirken. Für den Verein Schalke 04, für die Angestellten, für das Umfeld.

Wer genauso denkt, möge sich anschließen. 

Unter dem Hashtag #inschlechtenZeiten möchte ich möglichst viel Schalker Dauerkarteninhaber erreichen und zum Mitmachen bewegen. Und auch die, die es sich nicht leisten können, aber die Idee gut finden, bitte ich: Teilt diesen Beitrag auf allen sozialen Kanälen, auf denen sich Schalker tummeln. Nutzt den Hashtag #inschlechtenZeiten.

Lasst uns was tun und lasst uns allen zeigen, dass wir Schalke wirklich leben.

Günther Reipen ist Dauerkarteninhalber, Fan und Mitglied des FC Schalke 04 und Co-Autor des Leitbilds. Günther war schon im Wahlausschuss des Vereins aktiv und tritt immer wieder mit guten Ideen und klarer Meinung auf den Mitgliederversammlungen in Erscheinung. Er ist über Facebook und über Twitter zu erreichen.

10 Kommentare zu „Schalke 04: In schlechten Zeiten …

  1. Ich, nicht Dauerkarteninhaber, bin dabei. Eigentlich sollte es ein schönes Spiel gegen Bremen werden. Osterwochenende. 4 Karten für die Familie gekauft, das Spiel zu diesem Zeitpunkt lange nicht terminiert. Mit den Kids. Lange Anreise. Anstoßzeit? Übernachtung notwendig? Unklar. Egal. Es wird mich finanziell nicht treffen, wenn dieser Event einfach verpufft. Wichtig: Die Pandemie eindämmen, Ellenbogen einfahren und zusammenstehen. Jede/r darf/soll das beitragen was er/sie zu leisten im Stande ist. GEmeinsam. Glückauf!

  2. Gute Aktion!
    Im Familienkreis (wir haben alle drei eine DK) sind wir schon vor gut zwei Wochen übereingekommen, die anteiligen Beträge für die vier verbleibenden Heimspiele dem Verein zu „spenden“, um einen kleinen Beitrag zum wirtschaftlichen Überleben zu leisten.

  3. Ich glaube, dass viele immer noch nicht die aktuelle Situation verstanden haben. Es wird nicht am 20.04. oder 20.07. wieder mit dem Fussball losgehen. Es wird dieses Jahr kein Fussballspiel mehr geben. Zumindest mit Fans im Stadion. Klar kann man jetzt sagen, ich verzichte auf meine Rückerstattung. Aber lösen wird es überhaupt kein Problem. Der Fussball, so wie wir ihn kennen ist vorbei. Er muss sich neu erfinden. In jeglicher Form. So viele Menschen werden auch in den nächsten Monaten ihre Jobs verlieren, da zählt jedes Geld für sich selbst. Denkt an euch selbst, Wenn alle Profis auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichten, schafft Schalke es bis zum Sommer. Danach ändert sich sowieso alles.

  4. Ich bin da ganz bei Andreas. Ich finde es, etwas einfach gesprochen, auch schwierig vom Arbeiter in Kurzarbeit in der Nordkurve zu verlangen für die Fußball-Millionäre auf Geld zu verzichten.
    Es gibt genug Menschen, deren wirtschaftliche Existenz gerade bedroht ist – die haben echt andere Sorgen als den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

  5. @Mathias

    Das einfach gesprochene geht aber eben auch am Text oben vorbei. Da steht eben nicht: „Leidest Du gerade unter Kurzarbeit, verzichte bitte auf das Geld für Deine Nordkurven-Karte.“ Da steht tatsächlich: „Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich das unerwartete zusätzliche Geld aus einer Rückerstattung zwar auch anderweitig ausgeben könnte, es aber nicht zwingend muss.“ … und in der Folge sinngemäß „wenn es Dir auch so geht, mach es doch auch so.“

    @Andreas

    „Es wird nicht am 20.04. oder 20.07. wieder mit dem Fussball losgehen. Es wird dieses Jahr kein Fussballspiel mehr geben. Zumindest mit Fans im Stadion.“

    Das glaube ich auch.

    „Klar kann man jetzt sagen, ich verzichte auf meine Rückerstattung. Aber lösen wird es überhaupt kein Problem.“

    Auch das unterschreibe ich. Der Punkt ist: Es geht nicht darum, dass Günther/ich/Du/Mitmacher das Problem lösen, sondern darum, dem Club Zeit zu verschaffen. Es geht um Jetzt, nicht um die Zukunft. Und übrigens auch um den Ansatz „was können wir für den Verein tun, der uns wichtig ist“ und nicht um „was müssen andere unbedingt machen“.

    Der Fussball, so wie wir ihn kennen ist vorbei. Er muss sich neu erfinden. In jeglicher Form.

    Das mag ich hingegen noch nicht unterschreiben. Ich denke nicht, dass irgendjemand heute seriös vorhersagen kann, wie das öffentliche Leben in ein oder zwei Jahren aussieht. Aber selbst wenn es so kommt, wenn alles komplett anders werden muss, würde ich es schön finden, wenn mein Verein dann noch dabei wäre und seine Geschichte fortschreiben könnte.

  6. Auf die Rückerstattung der DK-Kohle durch den Verein zu verzichten, ist das Mindeste. Kann jede/r leisten, da man das Geld ja schon bezahlt hat, egal ob Fabrikarbeiter oder Oberstudienrat. Wo ist das Problem?

  7. Auch unabhängig von bereits GEkauften Einzel- und Dauerkarten sollte man Schalke-Fans endlich auch die Möglichkeit geben, sog. Geisterspiel-Tickets zu erwerben. Andere Vereine (VfL Bochum, Kickers Offenbach) haben damit riesigen Erfolg. Auf Schalke wäre so eine Aktion sicher noch viel mehr der Renner als anderswo!

  8. Nur noch mal zur Verdeutlichung:
    Ich erwarte von niemandem, der das Geld aus einer Rückerstattung dringend selber braucht, dass er darauf verzichtet. Ich dachte aber auch, dass ich das so klar formuliert hätte.

  9. Der Gedanke, auf die Rückerstattung zu verzichten ist mir auch schon gekommen,
    nun gibt es hier einen Initiator, Prima!

    Ich würde auch nicht auf eine Rückzahlung bestehen wollen.

    Wichtig wäre mir aber, dass das Geld tatsächlich für
    den „Normalo“ im Verein verwendet wird.
    Wie will man das garantieren?

    BTW. Ich habe weder Twitter noch Facebook o.ä.

  10. Ich finde die Idee der Geisterspieltickets charmant. Wäre sofort dabei.
    Und @Matthias: niemand soll zugunsten von Millionären etwas von seinem Kurzarbeitergeld spenden. Schalke hat 600 Mitarbeiter, die alles andere als Millionäre sind.
    In dieser Zeit brauchen wir vor allem Solidarität.

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