Das 11 Freunde-Stöckchen 20/21

Seit einer kleinen Ewigkeit macht die Zeitschrift 11 Freunde eine ihrer Monatsausgaben zum „Bundesliga-Sonderheft“. Ungefähr seit dem kommt darin zu jedem Club ein Blogger zu Wort. Wobei der Blogger auch mal ein Forum-Admin, ein Facebook-Seitenbetreiber oder ein sonstwie in Erscheinung getretener Fan ist; oder die weibliche Entsprechung dazu, natürlich.

Das Prinzip bleibt dabei stets gleich: 11 Freunde gibt Halbsätze vor, die es zu vervollständigen gilt. Mal mag man seine Meinung kund tun, mal versucht man witzig zu sein, ab und an ist auch schon der erste Halbsatz doof. Am Ende macht es aber Spaß, durchs Heft zu blättern und die Leute der verschiedenen Farben in Halbsätzen vereint zu lesen. Und darauf kommt es am Ende eben an.

Ich war „früher“, als Königsblogger, regelmäßig dabei. Nun mal wieder. Meine Sprüche gibt’s hier, ungekürzt, ins Heft passt soviel nicht. Die Sprüche der Andersfarbigen gibt’s am Kiosk oder in dem Heft, um das ich zum Pokalspiel der Blauen gerne eine Runde Einwechselspieler-Raten spielen möchte. Manch Einer mag sich an das Spielchen erinnern. Allen Anderen erkläre ich es an dieser Stelle, in ungefähr drei Wochen.

Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann …

… komme ich aus dem Staunen nicht heraus! Gleichzeitig so elanvoll zu starten und so kläglich zu enden, gleichzeitig einen solchen „Boss“ ertragen zu müssen und ihn dann loszuwerden; sowatt schafft nur Schalke!

Wenn ich zum ersten Mal wieder ins Stadion gehen darf …

… ist es vermutlich noch halbleer. Dem sehe ich mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Ich will’s wieder eng haben, laut, mit Genöhle und mit Bier, letztlich mit fremdem Gerüchen statt dem eigenen, hinter einer Maske. Halbleer ist noch nicht wieder Schalke.

Fußball ohne Fans im Stadion ist …

… am TV letztlich doch ganz gut zu genießen. Fußball ist ein TV-Produkt, das nebenbei noch Stadionerlebnis verkauft. Wussten wir alle längst, jetzt kann man es auch sehen.

In dieser Saison endet Bayerns Meisterserie …

… auch wieder nicht. Und das wird auch noch eine Weile so weitergehen. Da die Liga ihr Produkt trotzdem gut an Zuschauer verkauft bekommt, wird sich daran auch nichts ändern.

Neue Demut? Von wegen! Hoffentlich holt mein Verein …

… Laschet und Sigmar Gabriel in den Aufsichtsrat! Mit der entsprechenden Lobbyarbeit sind die nächsten Bürgschaften sicher, und als echter Volksverein der Steuerzahler gehen wir dann ab wie sonst nur Investorenclubs!

Das beste Stadionbier ist …

… stets das, was man nicht nur für sich holt. Fußballstadien sind der klassische Gegenentwurf zum Begriff „Social Distancing“. Deshalb lieben wir es und deshalb ist das gerade keine gute Zeit.

Hoeneß weg, Tönnies weg. Wer sorgt jetzt für Unterhaltung?

… Rummenigge hat sich längst als führender Kasper des Bundesligastadls hervorgetan. Er haut in so kurzen Abständen meist zweifelhafte, aber ab und an auch zweifellos goldene Sprüche heraus, dass er eigentlich niemandem egal sein kann. Entweder man muss sich aufregen oder man hat was zu lachen. Die Kunst ist nun, immer häufiger zu lachen, auch wenn man sich aufregen könnte.

Wenn Jürgen Klinsmann nochmal in der Bundesliga landet …

… ist seinem nächsten Gönner einfach nicht zu helfen.

Die schönste Auswärtsfahrt der kommenden Saison führt nach …

… dem Frühstück zum Getränkemarkt und danach wieder auf die Couch. An so richtige Auswärtsfahrten glaube ich erst wieder für die übernächste Saison.

Relegation finde ich …

… eigentlich ziemlich geil, außer wenn Werder und Heidenheim spielen. Wenn schon das Titelrennen öde ist, darf es unten gerne dramatisch sein.


2 Gedanken zu “Das 11 Freunde-Stöckchen 20/21

  1. „Wenn ich zum ersten Mal wieder ins Stadion gehen darf …
    … ist es vermutlich noch halbleer.“

    Wie’s Parkstadion, 1980er bis frühe 1990er Jahre.

  2. Auf die Frage mit dem Stadionbier hast du eine wunderschöne Antwort gegeben. Schade das Sie es nicht ins Heft geschafft hat und daher danke das wir Sie hier lesen können.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.