Das war’s

Das war’s nun also. Nach 30 Jahren Erstligazugehörigkeit steigt Schalke 04 wieder ab. Dieser Club, der in vielen Bereichen besonders ist, hat es auch geschafft, besonders schlecht zu sein. Vermutlich wird es nie wieder einen Club geben, der gleich anderthalb Spielzeiten derart desolaten Fußball bietet, der in 47 Ligaspielen nur 27 Tore schießt und 113 kassiert. Der FC Schalke 04 war immer ein Club der Extreme. Nun war sein Fußball extrem übel.

Von den 30 Jahren Bundesliga habe ich fast die Hälfte schreibend begleitet. Als ich im Januar 2007 ein Blog eröffnete, schwang sich Schalke gerade zum Tabellenführer auf. Gazprom war gerade als Hauptsponsor eingestiegen und bescherte Schalke Sponsorengelder in Höhen, die für alle Clubs außer Bayern München utopisch anmuteten. Auch damals hatte Schalke Verbindlichkeiten im dreistelligen Bereich. Aber wenn man erst mal die Arena abbezahlt habe, was für 2015 geplant war, wäre Schalke einer der reichsten Clubs der Welt, dann würde Schalke in Geld schwimmen. Das formulierte der damalige Präsident und Finanzvorstand Josef Schnusenberg tatsächlich genau so.

Doch Schalke war immer auf Kante genäht. In 10 Jahren müsse man 8 Mal in die Champions League kommen; so plante man unter Schnusenberg in der Vorstandsetage, und ähnlich wurde es unter seinem Nachfolger Peter Peters fortgesetzt. Was Noch-Vorstand Alexander Jobst zuletzt als „Wette auf die Zukunft“ bezeichnete, wurde nach dem Umzug in die Arena 2001 eingeführt und blieb auf Schalke gang und gäbe. Immer wieder mal wollte man vernünftig werden. Doch entweder stachelten sportlicher Erfolg und damit verbundene Einnahmen den Ehrgeiz an, doch wieder zu investieren um wirklich mal Meister zu werden, oder man hielt den Druck drohender Erfolglosigkeit nicht aus und warf frisch entworfenen Konzepte wieder über den Haufen.

Schon 2010 war Schalke längst ein Fall für Wirtschafts- und Investigativjournalisten. Trotz regelmäßiger Teilnahmen an internationalen Wettbewerben, trotz gefeierter Einnahme- und Umsatzrekorde, schaffte es der Club unter der Führung von Clemens Tönnies und verschiedensten Vorständen nie, ein wirtschaftlich gesundes Fundament zu errichten. Auf der Mitgliederversammlung 2019 ließ sich Finanzvorstand Peter Peters für die Zahlung der letzten Arena-Rate bejubeln. Am Ende des Jahres wies die Konzernbilanz aber weiterhin Verbindlichkeiten von fast 200 Millionen Euro aus.

Unter dem Druck des schlechten Wirtschaftens wurde die Geschwindigkeit, mit der sich Schalke immer wieder neu auszurichten versuchte, stetig erhöht. Auch personell. Matija Nastasic kam im Sommer 2015 zu den Blauen. Bis heute spielte er unter 9 verschiedenen Trainern und erlebt mit Peter Knäbel gerade seinen vierten Sportvorstand. Als letztlich die Corona-Pandemie diesen wahnwitzig schnell rotierenden Schalker Kreisel traf, flog er auseinander.

Nun steht Schalke vor einem Neuanfang. Im Sommer verlässt Alexander Jobst den Club, danach werden alle drei Vorstandsposten neu besetzt sein. Bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni steht der halbe Aufsichtsrat zur Wahl, insgesamt sind 8 von 11 Aufsichtsratsposten neu zu besetzen. Der Kampf um die Ausrichtung hat längst begonnen. Angetrieben von Glaube und Hoffnung, von individuellen Überzeugungen, Machtstreben, Geltungsbedürfnis oder einem Sinn für mögliche Geschäfte ziehen organisierte Fans, Mitarbeiter, sowie aktuelle und eventuell zukünftige Funktionäre längst alle Register.

Nach wie vor ist Schalke ein großer Club der anziehend wirkt. Man verfällt diesem Club oder findet ihn scheiße, kaum jemandem ist Schalke wirklich egal. Das ist sein Potenzial. Das bringt ihm Zuspruch, Unterstützung und letztlich viel Geld ein. Das ermöglicht Schalke 04 zurückzukommen, wieder aufzusteigen.

Aber es ist nur realistisch, in Betracht zu ziehen, dass nach der Mitgliederversammlung möglicherweise viele Schalker unzufrieden sein könnten, wenn die Ergebnisse nicht ihrer Wahl entsprechen. Entscheidend wird sein, dass man dann trotzdem zusammenfindet. Wenn auf Schalke weiterhin über Medien Politik betrieben wird, wenn weiterhin Ergebnisse von eigentlich geheimen Sitzungen kurz nach Tagungsschluss in Onlineportalen zu lesen sind, wenn Schalke nicht zur Ruhe kommt und der Verein sich nicht vereint, dann wird der Club und sein Personal ungebremst weiter rotieren. Dann wird der Absturz nicht aufzuhalten sein. Dann wird der FC Schalke 04 demnächst nicht mehr regelmäßig mit dem HSV verglichen, sondern mit dem 1. FC Kaiserslautern, wo bis heute gestritten wird und die gerade vor dem Abstieg in die vierte Liga stehen.

14 Gedanken zu “Das war’s

  1. Ich finde es gut, das chronologisch aufzulisten und auch so zu begreifen. Was ich bbzgl. Wiederaufstieg bedenklich finde, ist, dass der Zerfall in allen Bereichen stattfand. Sportlich kann ich immer noch nicht begreifen, wie es nach dem grandiosen Sieg gegen Gladbach zu soweit kommen konnte. Absteigen ist nicht das Problem, sondern so abzusteigen und wie dann wieder aufzusteigen.

  2. Ich weiß im Moment nicht, wo die Einigkeit herkommen soll (und das auch ohne die gestrige Nacht am Arenaring). Das Anspruchsdenken in Teilen der Anhängerschaft ist weiterhin hoch, man träumt teilweise immer noch von Rangnick oder sonstigen Top-Managern/Heilsbringern und bescheinigt im Gegenzug einem Knäbel schon jetzt Überforderung. Der Boden ist bereitet für eine JHV, auf der die Helmut Kremers des Jahres 2021 mit billigen Parolen die Stimmen einsammeln. Ich hoffe, das Wahlausschuss hat eine glückliche Hand.

    Und wenn ich heute im ZDF lese, dass Fuß/Ulbing offensichtlich rausgeekelt wurde; wenn ich sehe, wie ein Spätgens öffentlich und unprofessionell den Rückzug seines ehemaligen Chefs abfeiert; wenn ich dann noch im Hinterkopf habe, wie groß nach dem Ende der Ära Assauer der Widerstand gegen Veränderungen war – dann komme ich zu dem Schluss, dass der Umbruch im Vorstand zwar notwendig war, aber die Probleme auf und rund um die Geschäftsstelle damit nicht einfach verschwinden. Und dass sich ein genauer Blick dorthin lohnen würde, wenn wir nach Gründen für den Niedergang und die berühmten „Schalker Verhältnisse“ suchen.

  3. Gott, was habe ich den Königsblog vermisst.
    Schade, dass ich erst jetzt hierher gefunden habe .
    Gut, dass es wieder eine Plattform gibt , die einen ausgewogenen Austausch ermöglicht.

  4. Was war, was ist, was sein wird? Ich vermag mir kein Urteil zu bilden. Ich habe aufgehört die Spiele zu verfolgen, habe seit Ewigkeiten keine Tabelle mehr angesehen. Als Sky noch die Majorität der Spiele übertrug und das Sky-Ticket im Angebot nen 10er im Monat kostete, war ich halbwegs regelmäßig dabei. Den vergangenen drei Halbserien bin ich aus Selbstschutz ferngeblieben. Schon vorher haben mir unnötige Niederlagen das Wochenende vermiest. Aber was seitdem passiert – dafür gibt es keine Worte.

    Ich bin Schalke Anfang der 2000er verfallen. Es kam schleichend. Sympathien schon vor der 4-Minuten-Meisterschaft. Dann ein Junggesellenabschied in Oberhausen. Tag danach Metallica Konzert auf Schalke. Es war das erste Fußballstadion, das ich von innen gesehen habe. Zuvor Einkehr im Bosch. Und Zack wars passiert. Bis zum Coming Out hats dann noch paar Jahre gedauert. Zur Einordnung: Ich komme aus der Region um Darmstadt. Jahre später ist die Frau infiziert und die Kids finden die Zecken und Bauern scheiße.

    Es bleibt die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet und die nächste Saison ein quasi Heilfasten wird. Vor einiger Zeit habe ich einen grandiosen Tweet gesehen. Sinngemäß: „Wie lange er sich Schalke noch geben wolle? – Bis auf der JHV sein Name bei den Verstorbenen genannt werden würde.“ Ich mach mit.

    Glückauf.

  5. Endlich wird mal der 1.FC Kaiserslautern genannt. Ich wollte den schon unter einem der vorherigen Blogtexte kommentarisch unterbringen, aber fand es nie so richtig passend. Die haben sich dort auch nicht träumen lassen, wie schnell es bergab gehen kann. Und zum Nachbarn RWE rüberschielen kann auch nichts schaden.
    Das wird böse enden…

  6. Ein Mythos, der niemals untergeht… ich hoffe, es ist so. Die letzten 15 Monate haben tiefe Wunden bei den Fans hinterlassen und auch eine große Verunsicherung. War der Kader wirklich nicht das, was viele, auch Außenstehende bestätigten? Bis Gladbach Bayernjäger und dann schaltet der Fußballgott den Hebel auf Abstieg…. gnadenlos. Dieses Gefühl des Verlierers sind die Spieler nicht mehr losgeworden. Niemand im Stadion war da, um sie zu stützen oder eine Wende einzuleiten. Mayday, mayday… nichts konnte den Absturz mehr verhindern.
    Rational erklären, viele haben’s versucht, aber woran lag es wirklich?
    Meine Hoffnung liegt trotzdem in der Zukunft, Fehler der Vergangenheit im sportlichen, finanziellen, medialen Bereich sind aufgedeckt und dürften bekannt sein. 1000 Freunde müsst ihr sein und zusammenstehen, darauf wird es ankommen. Ein respektvoller Umgang im internen und externen Bereich auch unter den Fans und Inder Beziehung zum Verein und dem Team muss Wegbegleiter sein. Wir haben soviel Enttäuschungen für viele in Deutschland hingelegt, lasst uns wieder anfangen, die positiven Signale dieses einzigartigen Vereins zu leben und zu senden. Wir haben in allen Bereichen vieles wieder gut zu machen. Glückauf, mein Verein.

  7. Sehr interessant und auch aufschlussreich, wie wenig hier nach diesem Drama los ist.
    Meiner Meinung nach hat uns unser Verein über die Jahre mürbe gemacht, ich selbst bin nach knapp 30 Jahren Mitgliedschaft im letzten Herbst ausgetreten, habe die Kündigung aber wieder zurück genommen. Einmal Schalker…
    Und trotzdem liegen Welten in meiner Wahrnehmung beim Abstieg in der Relegation gegen Uerdingen, vorm Radio bis in die Grundfesten meines jungen Lebens erschüttert und wirklich lange danach noch paralysiert, und jetzt. Ich habe vor der Saison Abstiegskampf vorher gesagt und nehme nun relativ emotionslos zur Kenntnis, dass ich leider Recht habe.
    Der Verein muss sich komplett neu aufstellen, um mich wieder zu kriegen.
    Das kann schnell gehen, wenn es gut läuft. Darauf hoffe ich.
    Glück auf und danke für Deinen Blog Torsten. Ich lese ihn seit vielen Jahren.

  8. Du hast es oben sehr treffend zusammengefasst, Torsten. Diese ganze Chronologie des Niedergangs… Dennoch: Zwangsläufig sind Entwicklungen in eine bestimmte Richtung grundsätzlich nie. An vielen Stellen wäre es denkbar gewesen, auf einen anderen erfolgreicheren bzw. weniger katastrophalen, vielleicht sogar vernünftigeren, Kurs abzubiegen. Eine gewisse Mitschuld haben dabei, so ehrlich sollten wir sein, allerdings auch die Fans insgesamt. Ich kann mich gut daran erinnern, wie z.B. hier im Blog (bzw. in der Vorgängerversion) vor ein paar Jahren noch in den Kommentaren Reden geschwungen wurden, dass die Europa League ja insgesamt schon zu mickrig sei, dass für Schalke eigentlich nur die CL angemessen wäre, bzw. dass es erbärmlich sei, sich mit Platz 3 zufrieden zu geben, usw. usf. Natürlich hat die Vereinsführung dann nicht aufgrund dieser Kommentare entschieden (hoffentlich nicht zumindest…), aber das waren ja schon Stimmungsbilder, die auch bei vielen anderen Anhängern da waren. Davon hat man sich dann vielleicht auch zu sehr treiben lassen, anstatt mal klar zu sagen, wie es aussieht und was möglich ist.

    Auch jetzt ist zwar durchaus eine Zukunft wie Kaiserslautern oder Hamburg möglich, aber auch die Wege, die Gladbach und Frankfurt gegangen sind, sind denkbar. Aber auch wenn es so gut läuft, wie bei den beiden letzteren, wird es Zeit brauchen – ich bin kein Eintracht-Experte, aber soweit ich es im Kopf habe, standen die Anfang der 2000er sogar kurz vor dem Sturz in die 3. Liga. Es hat dann gut 10 Jahre gedauert, bis sie sich einigermaßen gefangen hatten, nochmal mehr als ein halbes Jahrzehnt, bis dass man sie wieder (zum ersten Mal nach den recht erfolgreichen Jahren Anfang/Mitte der 90er) Spitzenmannschaft nennen kann. Der Gladbacher Weg verlief eigentlich recht ähnlich. Ich denke, das sind so die Zeiträume (10 Jahre +), mit denen man nun auch auf Schalke rechnen sollte – wenn es gut läuft!

    Wichtig wäre, dass Knäbel nun seinen Worten Taten folgen lässt (traue ich ihm durchaus zu) und ein Team zusammenstellt, dass vielleicht keine ‚großen Namen‘ enthält, aber dafür eine gute Kaderbalance und Leute, die sich reinhängen. Die Latza-Verpflichtung war mMn ein guter Anfang. Kutucu sollte man auch zurückkommen lassen, z.B. An Einsatz hat es bei ihm nie gemangelt. Bei über einem Dutzend Leuten, deren Abgang man erstmal organisieren muss, ist es aber natürlich schwer. In die Zweitligasaison wird Schalke vermutlich erstmal mit einem noch halbfertigen Kader reinrumpeln. Ob Grammozis dann der richtige Trainer sein wird… finde ich schwer einzuschätzen. Großes Vertrauen strahlt er nicht aus. Ehrlich gesagt würde ich heimlich mal bei Steffen Baumgart anrufen und vorsichtig vorfühlen, wie es bei ihm ausschaut… Aber selbstredend freue ich mich sehr, wenn es mit Grammozis klappt.

    @ Martin: Für alle kann ich nicht sprechen, aber auf mich trifft es vollkommen zu, was du schreibst. Der Verein und die Spiele der letzten 1 1/2 Jahre haben mich mürbe gemacht. Den Abstieg am Dienstag habe ich dann, wie du offenbar auch, eher zur Kenntnis genommen als darüber zu verzweifeln. Dafür zeichnete es sich schon viel zu lange ab. Zudem kommt noch was anderes hinzu: Die Spiele in den leeren Stadien kann ich mir einfach nicht anschauen, für mich fühlt sich das einfach nicht richtig an. Es kommen bei mir dabei kaum Emotionen rüber (egal in welche Richtung), es fehlt die Atmosphäre und die Interaktion zwischen Spielern und Publikum, die manche Spiele auch kippen lassen kann, durch die sich Siege erst richtig feiern lassen können die den Fußball besonders macht…

    Ein ganzes Spiel in voller Länge habe ich seit über einem Jahr nicht mehr geschaut, weder Schalke noch irgendwelche an sich interessanten Paarungen in der CL, Länderspiele oder irgendwas. Einschalten werde ich grundsätzlich auch erst wieder, wenn Zuschauer in den Stadien sind.

  9. Als gebürtiger Kölner hatte ich mein erstes Stadionerlebnis am 10. September 1977. Mein Onkel, FC und Heinz Flohe Fan hatte mich im Alter von neun Jahren ins Müngersdorfer Stadion mitgenommen. Nach dem 1:0 durch Dieter Müller trafen die Blauen 4x, am Ende stand es 2:4. Mein Onkel hat sich damals so aufgeregt, dass ich ihn noch Wochen später damit aufgezogen habe. Eigentlich resultiert mein „Liebe“ also aus reiner Schadenfreude. Egal! Gehalten hat sie jedenfalls bis heute. Mal mehr, mal weniger, so wie es im Leben häufig ist. Nach dem ich nach Lübeck gezogen bin, wurden regelmäßige Stadionbesuch auch wegen der Familie weniger. Beruflich hatte ich aber die Möglichkeit Termin unter der Woche so zu legen, dass ich seit 2000 bei allen internationalen Heimspiele dabei gewesen bin. Dazu kamen noch viele Pokalspiele in der Republik und in Europa. Über die Jahre ist eine ganze Kiste voll mit Eintrittskarten zusammengekommen.
    Mit der Vizemeisterschaft 2018 hatte ich dann für mich beschlossen, es etwas ruhiger anzugehen. Irgendwie hatte die Art des Fußballs, wie sie seit längerem bei uns gespielt wurde, mich mürbegemacht. Nicht das es mich nicht mehr interessiert hat… Irgendwie war da so etwas wie ein emotionaler Abstand. Bei einer Promi Ehe hätte man wohl gesagt. „Wir haben uns auseinander gelebt“.
    Ich bin Fassungslos und tief erschüttert, was aus meinem Herzensverein seitdem geworden ist!
    Für meine Entscheidung war 2018 auch mit ausschlaggebend, welche Richtung der Fußball insgesamt genommen hat. Dies gipfelte ja dann kürzlich in den Initiativen bei der Super League. Ich finde mich da als Fußballromantiker nicht mehr wieder!
    Genau hier sehe ich auch die Gefahr für unseren Club. Wo geht die Reise hin, was will man in Zukunft sein? Es wird sehr schwierig sein, traditionellen Werten zukünftig mit Erfolg zu leben. Hier müssen wir es unbedingt schaffen, Einigkeit zu erlangen. Wie zuvor schon geschrieben sollte der 1.FC Kaiserlautern ein warnendes Beispiel für uns sein!
    Ich habe keine Vorstellung wie die nächsten Wochen und die JHV werden sollen…
    Glückauf, mein Schalke, mein Verein!

  10. Gerald Asamoah im Sky-Interview… da musste ich auch schlucken. Für Menschen wie Asa liebe ich Schalke! Freue mich jetzt auf Liga 2!

  11. Tja, wer weiß. Hätte Schneider gegen Ende der Vorsaison präsenter sein können, vielleicht hätte er einen fähigeren Trainer geholt und der Abstieg wäre zu vermeiden gewesen. Vorläufig zumindest.

    Die Bundesliga werde ich komischerweise ersteinmal nicht sonderlich vermissen. Lächerliche Veranstaltung, in der es jahrzehntelang denselben Gewinner gibt und ein paar uninteressante Firmenteams sich um die Plätze balgen.

    Die bisherige Struktur des e.V. ist mit der finanziellen und moralischen Pleite meines Erachtens endgültig gescheitert. Der schwatzhafte Alleinherrscher wurde alle Jahre wieder zum Chef gewählt, egal wie eklatant seine Missgriffe waren und der Schuldenberg sich erhöhte; Kritiker wurden rausgewählt; was sich im AR überhaupt tat, man wusste es nicht, hätte aber die Mehrheiten wohl nicht geändert. Ich weiß nicht, ob eine Ausgliederung der Profiabteilung besseres Wirtschaften und mehr Transparenz schaffen kann, vielleicht kann man auch an der Satzung des e.V. entscheidend etwas verändern.

  12. Ein wie ich finde sehr guter Artikel in der Zeit fasst das Dilemma in etwa so zusammen: Man hätte Hotte Held nicht gehen lassen dürfen.

    Kann man den nicht zurück holen?

  13. Hallo alle miteinander,

    Horst Held zurückzuholen, wäre nicht wirklich eine Lösung.

    Wenn jemand von Euch den Artikel im Aprilheft von 11 Freunde „Schalke – wir ruinieren Dich“ gelesen hat, wird er meine Meinung teilen, dass Horst Held keine Lösung ist.

    Das Problem von Schalke in den letzten Jahren war Tönnies, der eine Struktur von angepassten Aufsichtsräten und Vorstandsmitgliedern aufgebaut hat, die es ihm – trotz fehlendem Sachverstand – ermöglicht haben, den Verein faktisch alleine zu führen.

    Wenn die jeweils geholten Trainer längere Phasen ohne Erfolg zu verzeichnen hatten oder der Fußball nicht attraktiv genug war, kam der Trainerwechsel.
    Zu einem konsequenten Aufbau einer langfristigen Struktur unter Einbindung der Nachwuchsspieler aus der Knappenschmiede ist es nicht gekommen. Es ist auch nicht gelungen, die Talente an den Verein zu binden, weil diese sich anderswo – wie sich zeigt zurecht – bessere Perspektiven versprochen haben.

    Die Zukunft auf Kredite aufzubauen, macht nur dann Sinn, wenn langfristige Anlagen finanziert werden. Die Verpflichtung beispielsweise des 28-jährigen, bereits etwas abgewirtschafteten Rudy war eine krasse Fehlinvestition (40 Millionen Euro unter Einschluss von Gehalt und Prämien ohne Wiederverkaufswert), die überdies nachhaltig das Mannschaftsgefüge gestört hat. Die Mitspieler waren nicht bereit, für den deutlich besser bezahlten Rudy in die Zweikämpfe zu gehen, denen dieser immer ausgewichen ist. Bei einem professionellen Scouting, das dem Bericht bei 11 Freunde nach bei Schalke nicht existiert, hätte man anderswo für diese Summe 3-4 jüngeren Talente verpflichten können, die – siehe Beispiel Leipzig oder Dortmund – die Mannschaft verstärkt und gegebenenfalls mit Gewinn hätten weiterverkauft werden können. Bei einer professionellen Ausrichtung des Aufsichtsrates und des Sportvorstandes wäre die Verpflichtung von Rudy, gegen den Stevens Bedenken geäußert hatte, unterblieben. Dies ist sicherlich jetzt nur ein Einzelbeispiel, an dem aber die Fehlentwicklung gut zu erkennen ist.

    Was Schalke benötigt, ist einen professionellen Sportvorstand mit Format (Rangnick wäre die Idealbesetzung) mit einer zumindest mittelfristigen Perspektive. D. h., wenn die ersten 2-3 Jahren noch nicht gut gelaufen sind, müssen sowohl Sportvorstand wie auch Trainer die Gelegenheit haben, ein langfristiges Konzept trotzdem weiter umzusetzen. Ständige Trainerwechsel mit jeweils neuem Spielsystem in der Hoffnung auf schnelle Erfolge sind Gift. Ich würde mir daher sehr wünschen, dass

    der Aufsichtsrat künftig mehr Mitglieder mit Fußballsachverstand (und gegebenenfalls einem entsprechenden Netzwerk) enthalten wird und

    einem Trainer die Möglichkeit gegeben werden, ein vom Sportvorstand entwickeltes langfristiges Konzept umzusetzen.

    Ein gutes Beispiel ist hier Union Berlin, das mit einem niedrigen Budget und ruhiger Hand ohne Größenwahnsinn sich kontinuierlich weiter entwickelt.

    Glückauf

  14. Für die 150 Millionen für Rudy, Embolo, Konoplyanka, Bentaleb müsste man den A***leuchter Heidel regresspflichtig machen. Leitet bei uns die Pleite ein, macht sich belkeidigt vom Acker und bepflanzt dann wieder genütlich seinen Schrebergarten Mainz. Gehört zu den Big 3 der Absturverantwortlichen, mit den Mitgliederversammlungen und Tönnies.

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