Journalistengespräch & Terodde

Am Samstag veröffentlichte das Projekt Zukunftself ein Gespräch mit Journalisten zum Thema „Kommunikation auf Schalke“. Ich war mittendrin statt nur Beobachter. Sonntag meldete Schalke 04, dass man für die kommende Saison Simon Terodde verpflichtet habe. Das ist eine großartige Nachricht. Aber der Reihe nach.

Als Raphael Brinkert die Idee der Zukunfself erstmals veröffentlichte, war ich skeptisch. Inhaltlich war das alles zu unterschreiben, aber vieles war noch oberflächlich formuliert, wenig konkret. Vor allem aber war mir suspekt, nicht zu wissen wer mitmachen würde. Ich bin bislang in meinem Schalker Vereinsleben gut damit gefahren, mich für Sachverhalte und Ziele zu engagieren, mich aber nicht unbedingt (Fan-)Clubs oder Gruppen anzuschließen.

Erst letzte Woche habe ich erkannt, wie sehr die Bedenken gegenüber „falschen Mitmachern“ meinen eigenen Überzeugungen widersprachen, und dass die Zukunftself tatsächlich sachorientiert ist, dass ich mich nicht mit einer bestimmten vereinspolitischen Richtung gemein mache, wenn ich mich dort einbringe.

In meinem letzten Text zu Schalke 04 schrieb ich:

Es ist nur realistisch, in Betracht zu ziehen, dass nach der Mitgliederversammlung möglicherweise viele Schalker unzufrieden sein könnten, wenn die Ergebnisse nicht ihrer Wahl entsprechen. Entscheidend wird sein, dass man dann trotzdem zusammenfindet.

Deshalb halte ich es für falsch, bedenken zu haben, dass ein falscher Schalker neben einem steht, wenn es um die Sache geht, Ideen für den Verein zu entwickeln. Deshalb habe ich mich letzte Woche bei der Zukunftself-Gruppe zum Thema Kommunikation gemeldet, weil das das Thema ist, in dem ich mich als Blogger seit 14 Jahren bewege.

Als Gruppe haben wir als erstes ein Gespräch mit Journalisten geführt, in dem es darum ging, deren Sichtweise und Wünsche als Empfänger der Kommunikationsabteilung des FC Schalke 04 festzustellen. Nicht, weil wir dafür eintreten wollen, dass Journalisten alle ihre Wünsche erfüllt bekommen. Sondern weil wir alle Seiten anhören möchten, um aus dem Gegeneinander-Denken auszubrechen. Dazu hatten wir mit Dirk große Schlarmann (Sky) und Kilian Gaffrey (BILD) zwei „Schalke-Journalisten“, und mit Gianni Costa (Rheinische Post) und Nico Horn (DIE ZEIT) zwei „Nicht-Schalke-Journalisten“ eingeladen. Das Gespräch gibt es bei YouTube zu sehen oder auf verschiedenen Plattformen als Podcast zu hören (RSS-Feed).

Nach der Veröffentlichung gab es vor allem Kritik daran, dass wir einen Journalisten der BILD eingeladen haben. Meines Erachtens greift das zu kurz. Zum einen, weil es in dem Gespräch nicht um die Produkte der Journalisten ging, sondern um das Auftreten des Vereins gegenüber dieser Fachschaft. Ich denke nicht, dass sich der Eindruck anderer, gleich nah am Club arbeitender Journalisten sehr von den Ausführungen Kilian Gaffreys oder Dirk große Schlarmanns unterschieden hätte.
Zum anderen aber auch, weil es beispielhaft für die Idee der Zukunftself ist. Es gibt reichlich Schalker, die BILD lesen. Die sind nicht schlechter oder weniger wert als diejenigen, die für sich klargestellt haben, dass sie BILD keine Aufmerksamkeit mehr schenken möchten. Es gilt, einander zu respektieren, nicht einander auszugrenzen.

Das Gespräch mit Journalisten war ein erster Teil. In Kürze wird es einen offenen Fan-Talk geben. Ein Gespräch mit einem Experten für Krisen-Kommunikation ist ebenfalls geplant.

Schalke verpflichtet Simon Terodde

Neben der Tatsache, dass sich gerade viele Schalker für den Club engagieren möchten, ist es eine weitere grandiose Nachricht, dass Schalke 04 einen erprobten Zweiligatorjäger verpflichtet hat.

Ja, Simon Terodde ist 33 Jahre alt, und in der Bundesliga war er wenig erfolgreich. Aber in seinen vier letzten Zweitligaspielzeiten hat er jeweils über 20 Tore erzielt. In Liga 1 musste Schalke in den letzten Jahren stets mit 10-Tore-Stürmer-Versuchen rumhampeln. Kevin Kuranyi schaffte in der Regel um die 15, aber da war Schalke noch ein Champions League-Club. Klaas-Jan Huntelaar schaffte einmal mehr, aber da legte ihm auch der geniale Raúl die Bälle auf. Beides ist heute für Schalke 04 ein Fußballuniversum weit entfernt.

Ein Torjäger, der für 20 Treffer gut ist, ist für Schalke 04 eine große Nummer.

Dass Schalke auch noch Spieler holen muss, welche die Chancen für Terodde kreieren: Natürlich. Dass Schalke aus wirtschaftlicher Sicht grundsätzlich darauf achten sollte, dass Spieler einen Wiederverkaufswert haben: Klar.

Aber die Transferpolitik des Clubs am 31. Spieltag der Vorsaison zu bewerten, ist albern. Terodde ist für Schalke ein Gewinn und nur einer von vielen Spielern, die Schalke noch holen oder abgeben muss. Peter Knäbel und der Sportdirektor in Spe können abseits dieser Personalie noch alles richtig oder alles falsch machen. Es ist schlau, sich noch Zeit zu lassen, um das zu beurteilen.

9 Gedanken zu “Journalistengespräch & Terodde

  1. Ich zähle mich zu der genannten Anti-Bild-Fraktion und hatte deswegen sehr viele anstrengende Diskussionen auf Twitter gestern. Trotzdem möchte ich hier auch gerne in eine Diskussion mit dir treten, warum ich es für falsch erachte, die Bild einzuladen. ich erhoffe mir von dir bessere Argumente als die, mit denen ich gestern konfrontiert wurde.

    Du schreibst, bei anderen Journalisten wäre ähnliches Feedback gekommen. Warum ladet ihr einen Reporter ein (unabhängig von der Zeitung), der erst seit weniger als einem Jahr über Schalke berichtet? Es gibt doch genug andere, die das schon seit Jahren tun und da vielleicht sogar deutlich bessere Einblicke haben, und vergleichen können, wie es vielleicht vor 2, 3, 5 Jahren war und ob es sich verschlechtert hat, wenn ja, woran das liegen könnte.

    Die BILD ist seit Jahren gefühlt in jeder AR Sitzung anwesend (ja, ich schreibe bewusst gefühlt) und bringt laufend Internas in die Öffentlichkeit. Muss man das auf Fan-Seite auch noch unterstützen?

    Mir wurde vorgeworfen, wenn man die Bild nicht einlädt, wäre das „undemokratisch und gegen die Pressefreiheit“. Wow. Das ist starker Tobak. Wenn es so wäre, dass eine PK angesetzt wurde und man die Bild ausdrücklich ausgeladen hätte, dann könnte man das vielleicht so sehen. Aber das Format war ja eh exklusiv. Und sicher gibt es niemanden, der behauptet, es sei undemokratisch, weil ihr die WAZ, SZ, FAZ oder sonstwen nicht eingeladen habt. Ein Irrsinsargument. Pressefreiheit und Demokratie ist hier als Argument völlig fehl am Platz.

    Wenn ihr wusstet, dass die Bild polarisiert, muss man sie dann gleich beim ersten öffentlichen Auftritt einladen? Dass der Verein mit der Bild schon viel zu häufig ins Bett gesprungen ist (in Person von CT bspw.) ist ja schon schlimm genug. Aber als Fan-Initiative hätte man wunderbar darauf verzichten können, ohne dass irgendjemand danach gefragt hätte, warum ihr die Bild nicht eingeladen habt. Im Gegenteil. Es wäre erfrischend gewesen, zu sehen, dass wir als Fans eben sehr gut auf die Bild verzichten können.

    Kilian ist bei Twitter extrem dünnhäutig und blockt alles und jeden. Ich wurde geblockt, weil ich ihn auf einen Fehler in einem seiner Tweets aufmerksam gemacht habe. Und ich weiß, ich bin da bei Weitem nicht der einzige. Ob so jemand dann für das Thema Kommunikation geeignet ist, sei mal dahingestellt.

    Die Bild ist aus meiner Sicht alles andere als eine Bereicherung für unsere demokratische Gesellschaft. Alleine aus Prinzip sollte man denen so wenig Raum geben, wie irgendwie möglich. Und dieses schreckliche Argument „ich lese nicht die Bild, aber der Sportteil…“ ist so dumm, dass es sich nicht lohnt, darüber ein weiteres Wort zu verlieren.

    Nur weil ein paar Schalkefans (leider) die Bild lesen, ist das doch kein Argument, sie auch gleich einzuladen. Die AfD wird auch von viel zu vielen Menschen gewählt und trotzdem würde ich sie nicht einladen, wenn ich bspw. eine politische Talkshow machen würde. Warum auch? Nur weil evtl. ein paar Zuschauer die wählen? Das ergibt überhaupt keinen Sinn.

    Wäre das jetzt die dritte oder vierte Presserunde, könnte man vielleicht darüber nachdenken, auch mal die Bild einzuladen, wenn es denn sein muss. Aber beim allerersten öffentlichen Auftritt, bei dem genau zwei Schalkereporter eingeladen werden, warum dann die Bild? Es gibt Ernst, Wiesweg und wie sie alle heißen, die man besser hätte einladen können, ohne Springer gleich ins Boot zu holen. Zumal Kilian, wie oben geschrieben, so gut wie keine Erfahrung auf Schalke hat.

    Wir als Fans, als Zukunftself, sollten auch eine gewisse moralische Verantwortung tragen. Und die Bild ist von Moral soweit entfernt wie Metzelder von einem guten Menschen. Schade, dass die Chance vertan wurde, das auch so umzusetzen. Warum nicht Kante zeigen? Warum nicht sagen, wir laden die Bild bewusst nicht ein? Bist du selbst Bildleser? Wenn nicht, wovon ich ausgehe, warum nicht Reviersport, WAZ oder sonst irgendjemanden? Was hat die Bild zu bieten, was andere nicht bieten können?

    „Zum anderen aber auch, weil es beispielhaft für die Idee der Zukunftself ist.“ Die Z11 soll alle Schalker mitnehmen, so habe ich es verstanden. Besteht der Hauptunterschied darin, wer Bild liest und wer nicht? Sicher nicht. Das Argument erschließt sich mir überhaupt nicht. Es geht doch viel mehr darum, unterschiedliche Sichtweisen auf Schalke unter einen Hut zu bringen. Den Ultra, den Rentner, den Normalo, den Tönnies-Unterstützer. Darum sollte es gehen, nicht darum, ob jemand Bild liest oder nicht. Weder sind Bildleser weniger wert, noch ein CT-Supporter. Aber diese Diversität und Heterogenität jetzt auf die Zeitung runterzubrechen, die man liest, finde ich ein bisschen an den Haaren herbei gezogen, ehrlich gesagt. Und ein Ultra und einen CT-Supporter sollten sich „respektieren und nicht ausgrenzen“, aber doch kein Bild- und Nicht-Bildleser.

    Als Faninitiative ist die Z11 sehr wohl in der Lage zu entscheiden, mit wem sie sich austauschen möchten. Dass die Bild bei einer Schalke-PK anwesend ist, ist eine Sache. Aber in diesem Format? In der allerersten Folge? Eine Zeitung, die nichts tut, als zu spalten und zu hetzen (nicht nur im Sportteil), unabhängig davon, ob es jeder „Journalist“ von denen tut oder nicht, finde ich sehr unpassend, wenn es darum gehen sollte, alle an einen Tisch zu setzen.

  2. @Joel
    Einiges Bedenkenswert, einiges unsäglich neben der Spur. Den Metzelder-Vergleich lässt man bleiben, wenn man sich als moralisch anständiger darstellen will als die Bild, und dass eine Zeitung Interna veröffentlicht, ist ihr selbstverständlich nicht vorzuwerfen. Das ist ihr Metier. Wen „Kilian“ (warum sind eigentlich alle per Vornamen?) auf Twitter blockt, geht mir persönlich sonstwo vorbei, hingegen ist es (zumindest für mich) von Interesse zu erfahren, wie die Zeitung mit der vielleicht immer noch größten bundesweiten Meinungsmacht die Kommunikation seitens des Vereins wahrnimmt.

  3. @Ney

    Warum sollte ich Metzelder nicht als Vergleich heranziehen? Ist vielleicht provokant, aber Überspitzung fördert Anschaulichkeit. Metapher, rhetorische Stilmittel, um einen Text zu gestalten. Sehe daran nichts verwerfliches.

    Dass ein Journalist reihenweise blockt, auch ohne Grund, darf er natürlich machen. Ob ihn das qualifiziert, sich zu Kommunikationsfehlern des Vereins zu äußern, finde ich sehr fraglich.

    Vornamen sind auf Schalke Standard. Ich kenne einige Menschen auf der Geschäftsstelle und bin mit allen per Du.

    Natürlich darf eine Zeitung Interna weitergeben. Das kann, unter Umständen, aber auch ganz schön negativ für den Verein sein (Verhandlungen etc). Ganz abgesehen davon, dass die Bild auf Schalke schon immer Politik gemacht hat. Das ging schon weit über Berichterstattung hinaus.

    Dir darf natürlich wichtig sein, was die Bild denkt. Mir nicht.

  4. „Ist vielleicht provokant, aber Überspitzung fördert Anschaulichkeit. Metapher, rhetorische Stilmittel, um einen Text zu gestalten. Sehe daran nichts verwerfliches.“

    So würde es die BILD-Redaktion auch formulieren.

  5. @Joel

    Danke für Dein Feedback.

    Warum ladet ihr einen Reporter ein (unabhängig von der Zeitung), der erst seit weniger als einem Jahr über Schalke berichtet? Es gibt doch genug andere, die das schon seit Jahren tun […]

    Die vier Journalisten waren alle verschieden „Kategorien“ einzuordnen. Dirk große Schlarmann ist seit zig Jahren nah am Club. Kilian Gaffrey ist nah am Club, ist aber noch jung und nicht „alteingesessen“. Gianni Costa ist tief im Thema und begleitet den Sport seit Jahren intensiv, aber eben nicht mit Schalke-Brille. Nico Horn schreibt für eine Wochenzeitung und beleuchtet die Dinge aus einer anderen, vom Tagesgeschäft abgelösten perspektive. Der Part „tief im Thema Schalke, der das schon länger tut“ war mit Dirk große Schlarmann abgedeckt.

    Es gibt doch genug andere, die das schon seit Jahren tun und da vielleicht sogar deutlich bessere Einblicke haben, und vergleichen können, wie es vielleicht vor 2, 3, 5 Jahren war und ob es sich verschlechtert hat, wenn ja, woran das liegen könnte.

    Es ging eigentlich nicht darum, was war. Es ging darum, wie es sein sollte, wie es vielleicht woanders besser ist, was ein Weg sein könnte. Die Frage, was irgendwann auf Schalke besser war und seit wann das nicht mehr so ist, führt am Ende vor allem zu Schuldzuweisungen und dem Betrauern von besseren Zeiten.

    Ich persönlich hätte es sogar spannend gefunden, eine Runde ganz ohne „Schalke-Reporter“ zu befragen. Weil es nicht um die Interna geht, bei dem Ansatz den ich im Kopf habe, was das Thema Kommunikation angeht. Weil es um die Expertise der Journalisten geht. Und weil mir das jemand, der intensiv mit einem Club wie dem VfB Stuttgart, Hertha BSC oder Borussia Mönchengladbach zu tun hat, sicher auch gut und vielleicht sogar sachlicher darstellen kann.
    Aber klar, am Ende soll ein solches Format auch Interesse am Thema wecken. Zu nüchtern wäre hier vielleicht auch zu langweilig. Deshalb war diese 4er-Kombo meines Erachtens letztlich eine gute Mischung.

    Aber als Fan-Initiative hätte man wunderbar darauf verzichten können, ohne dass irgendjemand danach gefragt hätte, warum ihr die Bild nicht eingeladen habt.

    Vielleicht verstehen wir den Begriff Fan-Initiative unterschiedlich, vielleicht verstehe ich das Projekt Zukunftself auch anders. Wenn zu Fan-Initiative gehört, dass Interessen von Fans vertreten werden und entsprechend eine Richtung eingeschlagen werden sollte, die Du oder wer auch immer als für Fans richtig erachtest, dann entspricht das nicht meinem Verständnis von dem Projekt.

    Ganz abgesehen davon, dass Fans auch diejenigen sind, die die BILD gut finden: Es geht um die Entwicklung von Konzeptvorschlägen. Das soll inhaltlich maximal gut werden. Es geht nicht einzelbetrachtet darum, was sich „die Fans“ wünschen, wie es ebenso wenig darum geht, sich für Ziele von Journalisten einzusetzen (s.o.). Und deshalb geht es nicht darum, absichtlich auf jemanden zu verzichten, weil dessen Nase vielleicht dem einen oder anderen nicht passt, sondern zu überlegen, wie man sich bei der „Zielefindung“ möglichst breit aufstellen kann.

    Dass Dir jemand eine Argumentation „gegen die Pressefreiheit“ vorwirft, dass Du mit Kilian Gaffreys Twitter-Verhalten unzufrieden bist … sorry, dafür kann ich nichts. Ich mache solche Vorwürfe nicht und ich folge zwar Kilian Gaffrey bei Twitter, wie ich alle Medien rund um Schalke beobachte, konsumiere und lese. Aber ich achte nicht darauf, wer sich in welchem Austausch wie verhält oder verkracht. Den Gedanken, dass jemand, der bei Twitter vielleicht dünnhäutig erscheint, als Journalist nicht seine Zunft vertreten könne, halte ich für abwegig.

    Aber diese Diversität und Heterogenität jetzt auf die Zeitung runterzubrechen, die man liest, finde ich ein bisschen an den Haaren herbei gezogen, ehrlich gesagt. Und ein Ultra und einen CT-Supporter sollten sich „respektieren und nicht ausgrenzen“, aber doch kein Bild- und Nicht-Bildleser.

    Mir wird gerade erst durch Deinen Kommentar klar, wie SEHR bespielhaft und passend das Herunterbrechen auf das Beispiel BILD ist! Ich mag bemerken: Du bist in Deinem ausführlichen Kommentar mit keinem einzigen Wort auf den Inhalt des Gesprächs oder auf Aussagen Kilian Gaffreys eingegangen.

    Das empfinde ich als ein Hauptproblem in der Kommunikation unter Schalkern: Es geht sehr häufig nicht darum, was jemand sagt, sondern wer jemand ist. Da springen sofort rote Lampen an. Für die einen, wenn sie nur das Triggerwort „Ultras“ lesen. Für die anderen, wenn jemand irgendwas auch nur halbwegs positives über Tönnies gesagt hat – oder jetzt über Buchta. Bei Dir leuchten die Lampen eben bei BILD. Das triggert Dich dermaßen, dass Dir Inhalt egal wird.

    Genau darum geht es mir im erklärenden Text oben.

  6. Danke für deine ausführliche Antwort, Torsten!

    Meine Gedanken dazu:

    „Vielleicht verstehen wir den Begriff Fan-Initiative unterschiedlich, vielleicht verstehe ich das Projekt Zukunftself auch anders.“
    Ich verstehe es als Projekt, dem Verein zu „helfen“, Ideen und Konzepte zu erarbeiten, alle an einen Tisch zu bringen. Ein Projekt, das von Fans initiiert und geführt wird, nicht vom Verein direkt. Und weil ich ja oben schrieb, dass bei den offiziellen PKs vom Verein natürlich die BILD dabei ist, aber wenn Fans einladen, man eben auch andere hätte einladen können.

    „Den Gedanken, dass jemand, der bei Twitter vielleicht dünnhäutig erscheint, als Journalist nicht seine Zunft vertreten könne, halte ich für abwegig.“
    Dann hast du mich vielleicht falsch verstanden. Jemand, der offensichtlich nicht besonders kritikfähig ist, bzw. sich nicht gerade kommunikativ gibt, sollte nicht unbedingt darüber urteilen, wie andere kommunizieren. Er kann blocken wen er möchte, aber sich dann hinzustellen und zu sagen, der und der kommuniziert nicht gut, finde ich unpassend. Ich spreche ihm nicht ab, Artikel schreiben zu dürfen, oder was sonst Teil seiner „Zunft“ ist, es geht aber nun mal um das Thema Kommunikation und das scheint nicht sein Steckenpferd zu sein, zumindest zeigt er das nicht. Er hat ja ausdrücklich mehrfach die Kommunikation des Vereins (zurecht) kritisiert, aber wie sagt man so schön: Wasser predigen, Wein saufen. Das ist immer leicht. Ich hatte ihm angeboten, inhaltlich zu diskutieren, er schien keinerlei Interesse zu haben. (Off Topic: Ich wurde übrigens von ihm geblockt, weil ich einen Fehler in einem seiner englischen Tweets bemerkt hatte. So viel dazu. Es könnte mir nicht egaler sein, ob er mich blockt oder nicht, aber nur zur Erklärung. Ich wurde weder ausfallend, noch persönlich oder sonstwas. Kommunikation…)

    „Ganz abgesehen davon, dass Fans auch diejenigen sind, die die BILD gut finden“
    Torsten, das kannst du besser… Diese Verallgemeinerung ist fehl am Platz, gerade wenn wir darüber diskutieren, dass viele Fans die Bild ablehnen. :)

    „Es geht nicht einzelbetrachtet darum, was sich „die Fans“ wünschen“
    Da bin ich bei dir! Hab ich das irgendwo behauptet? Ich habe ja nur meine Gedanken dazu erklärt. Das ist nur meine persönliche Meinung. Ich weiß, ich spreche nicht für alle. Das möchte ich auch gar nicht. Ich kann ja nichts tun, außer meinen Standpunkt zu äußern und du schriebst ja selbst, ich war nicht der einzige, der die Einladung der Bild kritisiert hat.

    „Mir wird gerade erst durch Deinen Kommentar klar, wie SEHR bespielhaft und passend das Herunterbrechen auf das Beispiel BILD ist!“
    Ich glaube, auch hier hast du mich falsch verstanden. Ich kritisiere ja niemanden, weil er die Bild liest. Anders als ein Ultra einen CT-Fan kritisiert oder umgekehrt. Das ist doch ein ganz anderes Level. Da geht es (oft) persönlich zu. Da geht es um Inhalte. Um Philosophien. Mir geht es einzig darum, der Bild keine Plattform zu bieten. Ich kreide niemandem an, die Bild zu lesen oder jemanden darauf zu reduzieren, bzw. ihn deswegen herabzusetzen, wie es bei anderen Themen (Ausgliederung, CT, Ultras…) zwischen Schalkern oft der Fall ist und was die Z11 ja ändern möchte. Mir geht es nur darum, dass die Z11 nicht gleich beim ersten Auftritt Springer eine Bühne bietet. That’s it.

    „Dass Dir jemand eine Argumentation „gegen die Pressefreiheit“ vorwirft […], dafür kann ich nichts“
    Das ist klar. Das ging nicht an dich. Mir ging es darum, zu zeigen, auf welchem Niveau man da teilweise diskutieren muss, wenn man so dämlich ist wie ich, sich auf eine Diskussion bei Twitter einzulassen.

    „Du bist in Deinem ausführlichen Kommentar mit keinem einzigen Wort auf den Inhalt des Gesprächs oder auf Aussagen Kilian Gaffreys eingegangen.“ / „weil dessen Nase vielleicht dem einen oder anderen nicht passt“
    Genau! Mir geht es Null um die Person, sondern um das Prinzip BILD. Warum ich die Bild ablehne, ist ja durch meinen Kommentar erklärt, denke ich. Inhaltlich kann man darüber streiten, was gesagt wurde, aber darum ging es mir nicht. Das ist dann eine andere Diskussion.

    „Es geht sehr häufig nicht darum, was jemand sagt, sondern wer jemand ist.“
    Hmm… Das kann sein. Aber mir geht es ja ausdrücklich NICHT um Kilian als Mensch. Sondern einzig um seinen Arbeitgeber. Wäre er bei einer anderen Zeitung, hätte ich überhaupt kein Problem mit ihm. (Hab ich so ja auch nicht.) Bzw. wäre es mir nicht sauer aufgestoßen, wenn er eingeladen worden wäre.

    „Bei Dir leuchten die Lampen eben bei BILD. Das triggert Dich dermaßen, dass Dir Inhalt egal wird.“
    Absolut! Mich triggert die BILD. Da hast du 1904% Recht! Ich hasse das Blatt…und finde es sogar gefährlich. Aber nochmal: Mir geht es ums Prinzip, die nicht einzuladen. So wie ich (wie oben schon gesagt) auch niemals die AfD zu einer politischen Talkshow einladen würde. Oder mit Querdenkern über Impfungen sprechen würde. Never. Brandstiftern sollte keine Bühne geboten werden. Deswegen diskutiere ich mich seit Tagen um Kopf um Kragen… Das zeigt aber auch nur, wie sehr ich mir wünsche, das die Z11 „funktioniert“. Wäre mir das alles egal, würde ich mir die Energie sparen. :)

  7. Wie ich das sehe, haben wir es hier wieder mit einem typischen Schalker Problem zu tun.
    Es wird viel und heiß diskutiert – aber leider am Thema vorbei.

    Das Thema Zukunftself sehe ich so:
    Ich kann mir einen Berater ins Haus holen, der mein Problem in seiner Denkstruktur und anhand seines Konzepts abarbeitet und mir daraus eine Lösung bastelt, die für mich passt. Oder eben auch nicht, (Letzteres ist leider zu häufig der Fall).
    Oder ich frage einfach alle, die ich kenne, ob sie mir Ihre Meinung mitteilen möchten – egal ob es sich hier um Freunde, Verwandte, Bekannte, Fremde oder Feinde handelt. Und dann bau ich mir eine Lösung, die mich glücklich macht.
    Die Zukunftself geht den letzeren Weg. Und deswegen können und sollen sich alle beteiligen, die es möchten. Es ist nicht immer der Vorstandsvorsitzende, der die beste Idee hat. Manchmal kommt diese halt auch von der Kloputzfrau.
    Aus diesem Sammelsurium von Ideen, Meinungen, Beobachtungen, etc. können dann hoffentlich konkrete Vorstellungen und Ansätze formuliert werden, was zu tun nötig ist, um unseren FC Schalke 04 besser zu machen.

    Zum Thema BILD:
    Zum einen sollten wir in Deutschland froh sein, dass wir uns nur mit einem Blatt dieser „Qualität“ herumschlagen müssen.
    Zum anderen gilt es zu bedenken, dass auf jeden Bild-Käufer bestimmt 5-10 Mitleser kommen.
    Ignorieren ist also nicht nur keine Lösung, sondern gar kontraproduktiv.
    Auch zu bedenken : wieso gibt es „Promis“, die (so gut wie) keine Probleme mit Papparrazzi und der Boulevardpresse haben?

    Zu dem Journalistengespräch:
    Es war… ganz nett anzuhören. Neue Erkenntnisse konnte ich hier nicht gewinnen, was aber auch nicht zu erwarten war. Wir wissen selbst, wie sich der Verein in der Öffentlichkeit präsentiert hat. Das wurde hier bestätigt.
    Anregungen, wie das Kommunikationsverhalten des Vereins aussehen sollte, wurden uns hier nicht gegeben. Das lag aber wahrscheinlich auch daran, dass von der Journalistenseite betrach-tet, eine Änderung unseres Verhaltens nicht notwendig, vielleicht sogar nicht erwünscht ist.
    Immerhin hatten sie einen leichten Job. Ohne groß überlegen zu müssen, gab es immer genug über uns zu schreiben. Und egal wie unfundiert der Bericht auch war, ein Fünkchen Wahrheit war immer mit dabei. Wir haben ihnen das Leben schon sehr leicht gemacht. Wieso sollen sie sich hier Veränderung wünschen? Außer… nach Corona dann vielleicht lieber Frikadellen statt Brat-wurst.

  8. @Es ist nicht immer der Vorstandsvorsitzende, der die beste Idee hat. Manchmal kommt diese halt auch von der Kloputzfrau.

    kein kluger Vergleich!

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