Die Wiederentdeckung des Jubels

Schalke 04 schlägt Fortuna Düsseldorf 3:1. Drei wichtige Punkte für die Tabelle, noch wichtigere Gefühle!

Saison 2021/22, 5. Spieltag: Schalke 04 – Fortuna Düsseldorf 3:1

Den letzten Heimsieg vor Zuschauern erlebte Schalke am 17. Januar 2020 … vor 19 Monaten und 11 Tagen. Damals schlug man Gladbach 2:0 und dachte, dass alles gut werden könnte. Jonjoe Kenny und Daniel Caligiuri sorgten für eine starke rechte Seite. Winterneuzugang Michael Gregoritsch spielte überzeugend auf und durfte in der 90. Minute unter großem Beifall den Platz verlassen. Am Tag danach wurde Bastian Oczipkas Vertragsverlängerung bis 2023 bekanntgegeben und Medien spekulierten, ob die »abgebrühten Schalker«, die Gladbach diesen »Dämpfer« verpassten, vielleicht selbst in den »spannendsten Meisterkampf seit Jahren« eingreifen könnten. Schließlich waren die Blauen mit dem Sieg in der »Blitztabelle« an Borussia Dortmund vorbei, auf Platz 4 vorgerückt.

Verschwindende Erinnerungen, hinter dem Schleier einer irreal anmutenden Zeit. Ein beispielloser Absturz, der die Welt des FC Schalke 04 veränderte. Ein Virus, das die ganze Welt veränderte. Beides ist nicht vorbei, wirkt im Heute und wirkt weiter. Braucht Anpassung und Neubeginn. Für die Schalke-Welt war das Tor Simon Teroddes, in der 90. Minute des Spiels gegen Fortuna, ein Moment, in dem alles gut war. Als sich so viel Aufgestautes Bahn brach, als Jubel wieder zu einem Gemeinschaftsgefühl wurde, das immer ein wichtiger Teil dieses Vereins war. Als nach so langer Zeit wieder zu fühlen war, wie gefühlt werden kann, wenn Schalke funktioniert.

Natürlich brachte auch dieser Sieg »nur drei Punkte«, und mancher Kritiker mag zurecht darauf hinweisen, dass nicht alles gut war, in diesem Spiel. Dass sich das Tun bei Ballbesitz verbessern ließe. Dass Fortuna am Drücker war. Dass Ralf Fährmann in letzter Not rettete. Jo. Aber davon muss man sich ja nicht den Jubel vermiesen lassen.

Letztlich war es genau diese Dramaturgie, welche die Erlösung in der 90. Minute so intensiv machte. Das frühe Gegentor, das Dagegenhalten, die Führung, der wieder aufkommende Gegner, der Herzstillstand bei Fährmanns Parade, die Explosion. Von »Boah, schon wieder die gleiche Scheiße!« bis »JAAAAAAAAAAAA!« und die Erkenntnis: Es kann noch, es kann wieder so sein. Einfach schön.

Bild: Tobias Weckenbrock / Schalkeweb

5 Thoughts

  1. Zuerst einmal ist die Freude über den Sieg vorher stand, dass man jetzt vor der Länderspielpause vielleicht ein bisschen Ruhe in der Bude hat und dann gezielt Spiele Abläufe ein trainieren kann. Man muss sich immer noch verdeutlichen dass das eine neu zusammengestellte Truppe ist die sich erst mal an Schalke und an die Spielabläufe gewöhnen muss. Positiv hervorzuheben bleibt auch dass wir nach langer Zeit endlich mal wieder ein Sturmduo haben welches harmoniert und noch wichtiger ist regelmäßig trifft. Aber letztendlich sollte man doch die Moschee im Dorf lassen und die Erwartungen nicht zu hoch schrauben ich sage ja immer wenn wir bis zur Winterpause Anschluss halten an das obere Drittel und vielleicht dann in der Winterpause finanziell noch mal nachlegen dass im optimalen Falle ein wieder Aufstieg doch noch möglich ist.Aber der moderne Fußball und somit auch Schalke ist ein fragiles Gebilde. Es muss sich nur mal ein wichtiger Spieler verletzen und eine längere Zeit ausfallen. Dann kann man schnell in eine negative Spirale geraten und es geht dann wieder den Bach runter. Deswegen nutzt es nichts mit allzu großen Erwartungen daran zu gehen, immer von Spiel zu Spiel denken und hoffen dass die Kommunikation zwischen Trainer und Spielern gelingt und die Spieler die Gedanken umsetzen können. Mal gucken wohin der weck uns bringt

  2. S04 – F95. Quasi Schalke in a nutshell. Gut angefangen, Chancen gehabt, aber nicht gemacht, dafür dann das 0:1 kassiert. Soweit, so schlecht. Was dann kam, hat so lange gefehlt! Und es tat so verdammt gut! Auch wenn es hinten heraus nochmals eng wurde und wir erneut, wie schon gegen Aue, zittern mussten. Diesmal zum Glück mit dem besseren Ende für S04. Ich sage mal, das haben sich Verein und Fans einfach mal verdient!

    Und bevor ich mir nun über den weiteren Saisonverlauf und einen möglichen direkten Wiederaufstieg Gedanken mache, genieße ich einfach mal den Moment. :-)

  3. Hallo Torsten,
    du hast den durchaus ebenso emotionalen Sieg in der Verlängerung im Pokalachtelfinale gegen die Hertha am 04.02.2021 in deiner Betrachtung unterschlagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich in der Liga zwar schon vieles für uns „relativiert“, die Aussicht auf einen Pokalerfolg war jedoch – zumindest bis zur Auslosung und dem Bayern-Los – auch ganz nett. Soviel zur Vergangenheit, gucken wir nach vorne und hoffen auf noch ganz viele der von dir gut beschriebenen Momente vom Samstag.

  4. du hast den durchaus ebenso emotionalen Sieg in der Verlängerung im Pokalachtelfinale gegen die Hertha am 04.02.2021 in deiner Betrachtung unterschlagen.

    Du hast recht, das war auch noch vor dem Corona-Break, am 04.02.2020. An den Pokalwettbewerb hatte ich gar nicht mehr gedacht, ich hatte nur die Liga im Kopf. Dann waren es 18 Tage weniger.

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